PRESSESPIEGEL zu: "Infantastica"
DER BOTE, 16.4.04

Vernissage zur Infantastica


Kibuli-Illustratoren stellen sich und ihre Arbeit im Cafe Bernstein vor

FEUCHT - Kinderbuch-Autoren und -Illustratoren von Kibuli aus ganz Deutschland und Österreich treffen sich im Nürnberger Land, um etwas für die Leseförderung zu tun - wir berichteten mehrfach. Mehr Lesekompetenz für die Kinder - das ist eines der Ziele von Kibuli. Vom 22. bis 23. April findet in den Orten Altdorf, Feucht, Schwarzenbruck, Leinburg, Burgthann und Winkelhaid die Infantastica 2005 statt, in deren Rahmen mehr als 50 Lesungen, Autorenbegegnungen und Workshops sowie eine Ausstellung von Buchillustrationen und ein Schreibwettbewerb stattfinden.

Die Ausstellung zur großen Kibuli-Veranstaltung findet am Freitag, 22. April, um 20 Uhr im Cafe Bernstein statt und soll einen Überblick über die verschiedenen Arbeiten der einzelnen Illustratoren geben, die Vielfalt innerhalb der eigenen Arbeit sowie der Stile zeigen und unterschiedliche Techniken und Vorgehensweisen deutlich machen.

Astrid Jacobs und Adele Sansone bieten auch noch einen Einblick in den Weg von der Skizze zum Storyboard und dem fertigen Buch. Ein weiterer Aspekt ist die Zusammenarbeit von Autor und Illustrator. Das Bild ist viel mehr als nur ein schmückendes Beiwerk, es ist eine eigenständige Ergänzung eines vorgegebenen Textes, oft seine Erweiterung (und manchmal, bei schwachen Texten, seine Rewttung).

Die herausragende Bedeutung des Bildes im Kinderbuch, besonders natürlich im Bilderbuch, zeigt sich vor allem auch darin, dass der erste Zugang zum Buch über das Bild läuft, der Text wird erst nach dem Bild wahrgenommen. Das heißt, auch der Verkauf erfolgt häufig über das Bild. Die Bedeutung der illustratorischen Arbeit wird oft unterschätzt. Ein gutes Zusammenspiel von Autor und Illustrator ist ein echter Glücksfall.

Auf der vernissage werden die Künstler vorgestellt, dazu Musik von Matthias Hoppe (Flügel) und Andreas Haas (Querflöte). Es soll in lockerer Atmosphäre auch die Möglichkeit gegeben werden, mit den Künstlern über ihre Arbeit zu sprechen. Ganz sicher ist die Ausstellung auch für Schüler interessant, die sich für einen Beruf in dieser Richtung interessieren.

 Nordbayerische Nachrichten, 22.04.05

"Kibuli" organisiert für Kinder die "Infantastica 2005"

Fantastische Welt der Buchstaben


Von Anabel Schaffer

"Kibuli" - was ist das? Wer es nicht weiß, könnte raten. Kinder..., Kinderbuch..., Kinderbuchliteratur? Na, fast richtig. Ursprünglich hieß das Ganze mal "Kinderbuchliste". Dahinter verbirgt sich das Netzwerk deutschsprachiger Kinder- und Jugendbuchautoren und Illustratoren. Und was ist die "Infantastica 2005"? Bleiben wir doch zunächst bei "Kibuli": "Im Grunde kann Mitglied werden, wer im weitesten Sinne professionell mit Kindermedien zu tun hat. Also Autoren, Illustratoren, Lektoren und Musiker", erläutert Ursula Muhr.

Die in Altdorf geborene und in München lebende Autorin schreibt Lyrik, fränkische Mundart, zudem Prosa für Kinder und Erwachsene und stieß vor zwei Jahren zu "Kibuli". "Es ist wichtig für Autoren, ein Forum zu haben, um nach draußen zu dringen. Lesen 20 Autoren, geht das in ganz Deutschland durch die Presse. Allein hat man keine Chance", schildert sie die aktuelle Situation. "Zudem kann man sich gegenseitig mit Informationen stützen und helfen."

Erst relativ neu bei "Kibuli", hob sie bei einem ehrgeizigen Vorhaben des von Kirsti Senftleben zu Beginn des Jahrtausends gegründeten Netzwerks den Finger: Ja, sie würde die (oben erwähnte) "Infantastica 2005" organisieren. "Ich habe das völlig unterschätzt", gibt Ursula Muhr heute zu. "Es ist quasi eine Welturaufführung - ich wüsste auch keine Organisation, die das in diesem Umfang schon gemacht hätte." Am heutigen Freitag und morgen findet die "Infantastica 2005" unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin Renate Schmidt nun in Altdorf, Feucht, Schwarzenbruck, Leinburg, Burgthann und Winkelhaid statt.

Kinderbuchautoren und Illustratoren von "Kibuli" aus ganz Deutschland und Österreich treffen sich, um gemeinsam etwas für die Leseförderung zu bewegen. "Die Organisation war abenteuerlich! Wir hatten nichts in der Hand, mussten aber schon eine Halle mieten. Und das haben wir mit Geldern finanziert, die wir von Sponsoren erwartet haben... Der Kulturverein Feucht hat uns da extrem geholfen." Schwierig sei zudem gewesen, "Visionäre" zu finden. "Durch die Raiffeisenbank Altdorf-Feucht haben wir eine tolle Unterstützung erfahren."

In fünf Bereiche gliedert sich das buchstabenreiche Ereignis "Infantastica 2005". Bereits abgeschlossen ist der Schreib- und Malwettbewerb, zu dem 14 Schulen und zahlreiche Kindergärten im Nürnberger Land eingeladen wordenw aren. Kibuli-Autoren und -Illustratoren gaben Geschichtenanfänge vor - die Kinder komplettierten sie. Die 25 besten Geschichten werden prämiert und erscheinen in einem Leseheft.

Zwischentitel: Eine Erzählung mit offenem Ende

Mit dem "Storymailing" (Storym@iling) erprobte die Klasse 4b der Grundschule Feucht eine relativ neue Möglichkeit, die Lese- und Schreibförderung mit Hilfe von Autoren zu beleben. "Der Autor schreibt auch hier den Anfang einer Geschichte, die Kinder erarbeiten in Gruppen eine Fortsetzung, mailen diese an den Autor, dieser schreibt erneut selbst einige Zeilen, mailt sie zurück an die Kinder, und so entsteht im Ping-Pong-Verfahren eine Erzählung, deren Ende niemand vorher erahnen kann", erklärt Ursula Muhr das Prinzip.

"Die Kinder sprechen nur noch von ,unserem Autor' und von dem ,echten Dichter', mit dem sie zusammenarbeiten", gibt Ursula Muhr die Stimmung des Projekts wider. "Das hat bei den Zehn- bis Elfjährigen eingeschlagen wie eine Bombe! Plötzlich ist alles wichtig, was mit Schreiben zu tun hat, sogar so etwas ,Ödes' wie Zeichensetzung." Einen Autor als "Paten" können Interessierte über Email anfragen (www.kibuli.de).

Ebenfalls nicht öffentlich sind die über 50 Lesungen und Workshops, die heute und morgen von 19 Autoren und Illustratoren an elf Schulen und Kindergärten im Landkreis durchgeführt werden. Einen Blick in die Werkstatt von Illustratoren - "Vom Entwurf zum Buch" - können Interessierte eine ganze Woche lang (9-20 Uhr, So. ab 14 Uhr, außer Sa.) werfen: Eröffnung der Ausstellung ist am heutigen Freitag um 20 Uhr in der Galerie im Cafe Bernstein, Feucht, Fischbacher Str. 10.

Auch die morgige Abschlussveranstaltung der "Infantastica 2005" (Reichswaldhalle Feucht, 16 Uhr) mit der Prämierung der preiswürdigen Geschichten aus dem Wettbewerb ist öffentlich. Bilder und Texte aus den Workshops werden zudem im Foyer der Halle zu sehen sein (16-18 Uhr). Im Anschluß gehen die Exponate auf eine Wanderausstellung durch die Filialen der Raiffeisenbank im Nürnberger Land. Alle zwei Jahre soll die Infantastica künftig an unterschiedlichen Orten stattfinden. Für die Zukunft erhofft sich Ursula Muhr eine größere Beteiligung der Hauptschulen: "Die haben sich diesmal leider zurückgehalten."